11/27/2007

halb angekommen...

... gestern endlich die letzten sachen in die neue wohnung gebracht... nachdem ich am tag davor noch das wagnis fahrrad als adventure in kauf genommen habe, jetzt meine pedale und mein rücken kaputt sind, habe ich mich gestern für das taxi entschieden... wäre ja doch ein wunder gewesen 4 gepäckstücke auf dem fahrrad zu transportieren... und zu meiner verblüffung ;-), wo kommen alle diese sachen her... ich hatte doch, als ich hier angekommen bin nur 1 koffer, 1 rucksack und eine tasche...
ich wurde in der wg sehr sehr nett begrüsst... vor der eingangstür lag ein schild mit "welcome, willkömmen zu hause" ... hach, nee, wann bekommt man denn sowas mal geschrieben... gibt es in berlin überhaupt eine wg, die ihre neuankömmlinge so gebührend begrüsst... ich glaube nicht... nun denn, ich habe eh den sonderbonus der "ausländerin" und ach weit weg von zuhause und so... robbie, der australier scheint mir gegenüber schon sehr aufgeschlossen zu sein... naja, die amerikanische mentalität is für mich noch sehr verklemmt (ja, ja, ich arbeite an meiner einstellung!!), sodass ich schon verwundert war, dass der mich gleich drücken musste und meinte, es sei so schön, dass ich endlich hier bin... okeeeeeee
bei michael (mein anderer mitbewohner) hab ich gleich mal meine weihnachtsansichten kundgetan mit dem resultat: "wenn du einen weihnachtsbaum willst, dann holen wir einen"... ja, und dann noch söckchen für jeden und einen adventskranz... juchuuuuu
trotz der ganzen euphorie in die wg gezogen zu sein, wurde meine freude ein bisschen gebremst, da ich bis zum 15. januar noch in dem gästezimmer bleiben werde... die jess zieht erst dann aus... so lebe ich also noch aus dem koffer, das zimmer ist nicht unbedingt gross... aber ich kann mich arrangieren... dafür ist das haus sehr gross, sodass ich mich auch in das wohnzimmer zurückziehen kann... aber bisher spielt sich mein tagesgeschehen eh mehr im asf büro ab als "zuhause"...
die woche ist wieder viel los... matthias kommt morgen wieder zurück... na dat wird ein spass und ausserdem ist abends in ner kneipe septa-raten (also busrouten... wat weiss ick, der michael nimmt mich da hoffentlich noch mit, angesagt, am donnerstag wird der philly-weihnachtsbaum angezündet und am wochenende muss ich mal ein bisschen aufs eis, denn jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, ich hab am nächsten montag wieder spiel... und muss noch ein bisschen kurven üben, wenn ich mich schon zu doof fürs spielen anstell...
hier spielt das wetter derzeit wieder verrückt, ich komme mit der sonne, der kälte und dem regen überhaupt nicht klar und hab jetzt schon meine wechselklamotten im büro... uihhh

lasst es euch gut gehen... und bis die tage...

der rest...

der truthahn gegrillt mit freundin...

11/25/2007

der truthahn wurde zerlegt und danach wurde früh aufgestanden...

... der countdown lief... black friday, das shopping und sale event nach thanksgiving... und wir wollten dabei sein und dieses spektakel einmal gesehen zu haben... quälte mich um 2.30 aus dem bett, eingepackt wie eine michelinmännchen ab in die kälte, rauf aufs fahrrad und rüber zu claudia (einer der hier in philly wohnenden freiwilligen)... 3.18, der bus kommt, wir sind mit die einzigen und fragen uns, wer zu dieser frühen zeit in den nächsten minuten noch alles einsteigen wird... zweimal umsteigen... nachts um drei... mitten in der pampa... mussten natürlich zum event ein bisschen an den rand von philly fahren, da uns zwecks massenschlägerei (wir sind dafür noch nicht gewappnet) die fahrt zum walmart auf dem columbus boulevard abgeraten wurde...
videokamera wurde ganz unten verstaut und geld in zwei portmonaise verpackt... waren dann circa 4.00 irgendwo... ich habe wirklich keine ahnung, wo wir eigentlich waren... bei unser ankunft hatte sich schon eine schlange vor dem waltmart gebildet... am anfang blieb die schlange auch noch ganz konstant, je näher aber der zeiger auf 5.00 rückte, desto unruhiger wurden die leute und die einkaufswagen (pro person bis zu drei stück) mehrten sich in der schlage... es begangen die ersten sich aufzuregen, da neuangekommende sich nicht in die schlange stellten, sondern begannen, eine traube um die beiden eingänge zu bilden... wir hatten gerade unsere kakaos bei d.d. geholt, als das geschiebe schon losging... der countdown lief... es wurde geschrien, geschubst, und als die türen aufgingen blieben die ersten stecken. man hatte keine wahl, einfach mit dem strom, egal was komme... im laden selber standen die mitarbeiter an den seiten, um nicht vom mob umgerannt zu werden... alles stürmte in richtung elektro und sonstwohin... und scheinbar auch sehr zielsicher, dass mir der verdacht kam, die meisten hätten am tag vorher schon einmal ausgecheckt, wo alles stehen würde... im gegensatz zu den prallgefüllten wagen mit fernseher, computern, geschirr, fahrräder etc. hat man über unsere magere ausbeute von weihnachtssachen nur lächeln können... nachdem alle ihre gewünschten sachen bekommen hatten, ging die massenschlacht an den kassen weiter. überall waren kassen, um die sich die leute drängten, um so schnell es geht bezahlen zu können, denn die anderen märkte hiess es ja auch noch auszuräumen...
wir gingen in den markt bei nacht rein und kamen bei sonnenaufgang wieder raus... zuhause dann um 8.30 und ersteinmal ab ins bett zum schlafen... was für ein event... geträumt habe ich von tausenden plastetüten und menschen, die sich gegenseitig umhaun...
gedrehtes video des events folgt in kürze... hierfür ersteinmal ein lustiger ersatzlink... enjoy it!!

http://www.youtube.com/watch?v=HZJVZ2p223o

11/22/2007

here he is...


bis weitere fotos der folterung folgen, erstmal die rohe variante :-)

hilfe, es weihnachtet sehr...

... uff, mit dem heutigen thanksgiving event scheint der startschuss für die weihnachtsfeierlichkeiten/vorbereitungen gefallen zu sein... jetzt werden schon die häuser behangen... und seit heute gibt's auf meinem radio-channel (naja, hab den richtigen für mich noch nicht gefunden) nur noch weihnachtsmucke... hab ich da was an thanksgiving missverstanden?? hilfe, es kribbelt in mir... ansteckungsgefahr garantiert... ich will einen weihnachtsbaum mit kugel und allem dazugehörigem kitsch... jaaaaaaa
all i want for christmas is.... lalalalallalallalalla

grüsse vom truthahn, der wahrscheinlich grad bei wanda auftaut... juchuuu, die vegi tante nimmt sich den gleich mal vor... aber ich bleibe eisern, kein fleisch... nur das gemüse im truthahn :-)

11/18/2007

sonntagsgedanken...


... hab heute den tach die bude geputzt, ganz viel obst gegessen, spinat gekocht... mich also mit vitaminen vollgepumpt... ja, ich habe endlich einen supermarkt gefunden, in dem es alles gibt, was MEIN herz begehrt und das zu erschwinglichen preisen... hellau hellau...
und endlich mal briefe und karten geschrieben :-)

11/14/2007

und danach...


... natürlich der sporttttttttt, wie soll es anders sein... mein fahrrad immer mit mir :-)

Häagen Dazs versus Ben&Jerry`s


hallo an alle ... kalorienzählen war gestern ... Häagen Dazs is heute ... andrea (asf), ich bleib dabei ... das beste eis ist und bleibt Häagen Dazs... ja Franzi lecker, lecker....
drei sorten sind schon durchprobiert... :-)

11/08/2007

facebook und schon passieren die tollsten sachen

einfach mal ein bisschen philly suchen, dann jemanden anschreiben und schon ist man eingeladen, an irgendwas filmemacherischem teilzunehmen. naja, so richtig wusste ich eigentlich nicht, was mich erwartet, daher hatte ich mir zur verstärkung :-) noch jemanden mitgenommen. ich wusste nur soviel: es sollte ein film gezeigt werden, dessen filmemacher jemand, der mich über facebook eingeladen hatte... und dann waren wir auch schon mittendrin... ein community center, alternatives publikum, wabe-atmosphäre (kennt die einer eigentlich noch??)... und dann begeisterung pur für das projekt, das zeigen von philadelphia aus dem blickwinkel deren, die hier wohnen...
beginnen tat die dokumentation folgendermassen: hi I'm zoe, I'm jews and I'm gay... die story... schwarze kids aus dem norden philadelphias, geprägt durch erfahrungen von gewalt, trennung und tod innerhalb der eigenen familie, nehmen an einem filmprojekt teil, in dem es darum geht, die philadelphia-photographin zoe strauss zu porträtieren. in der auseinandersetzung mit der lebensgeschichte von zoe und ihrer art zu photographieren entwickelt sich zwischen ihr und den kids eine beziehung, die eines der mädchen als "she is my mom, she was there to talk" bezeichnet... beeindruckend der umgang zoes mit den kids, die begeisterung ihrer vorstellung von dem zeigen von lebensgeschichten, die sicht auf bilder den kids näherzubringen und zu verstehen, was eine solche begegnung für beide seiten bewirkt: "the meeting of two personalities is like the contact of two chemical substances; if there is any reaction both are transformed".

ihr findet zoes bilder unter: http://zoestrauss.com/zoe.html

und "MOM I'm O.K." will ich weitergeben an meine ma, als eines der fotos, die zoe gemacht hatte, irgendwo in philly an eine hauswand gesprüht.

w-lan verbindung in philadelphia... nur dass ich mich immer auf die stufen zur toilette hinsetzten muss... :-)

11/06/2007

katrin hat ein neues projekt

wieder ist mir im supermarkt die totale freundlichkeit entgegengeströmt... ohhhh man, das muss ich ändern... daher, ich trete zum wahlkampf an: wie bringe ich die philly`s zum lächeln... ich werde mal was durchtesten... und dann berichten :-)

letter

sorry james i guess this is to much to read i know... but at least you won`t forget german :-)

11/05/2007

wochenendeeeee die zweite...

so, die arbeit ist geschafft. es ist sieben uhr und nun ist zeit, um das gestern geschriebene zu beenden...
wir hatten also von dem septa mann (so heisst hier die company in philly) eine beschreibung bekommen, wie wir also am besten zu wal-mart und old navy kommen würden. um die token zu sparen, wollten wir eigentlich die erste strecke, die wir mit der u-bahn passieren sollten, zu fuss gehen. naja, bald mussten wir feststellen, dass die spring garden avenue, die er meinte, nicht die war, an der wir dann standen. also wieder einmal jemanden gefragt, natürlich mit der angst, in eine völlig andere richtung geschickt zu werden. mit den worten "good luck" sind wir dann in die richtung gelaufen, die uns eine alte dame gezeigt hatte. schnell jedoch stellten wir fest, dass die gegend in die wir liefen, seine besten zeiten schon hinter sich hatte und wir die einzigsten weissen waren. wenn man über die nachbarschaften in philly redet, wird einem schnell bewusst, dass sich die viertel hier von block zu block und von einem moment auf den anderen ändern können. die grenzen hierfür sind so krass, als hätte man eine unsichtbare linie gezogen.
wir also den rückweg angetreten, weil wir eigentlich durch diese gegend nicht zieh wollten. und ich glaube, hier sollte ich dann wirklich auf mein bauchgefühl hören.
naja, mit dem u-bahn system bin ich auch noch nicht so vertraut, daher runter in die u-bahn, falsche richtung, wieder raus aus dem schacht, in den nächsten schacht wieder rein, mist falsche linie... mit blick auf das u-bahn netz haben wir dann entschieden, einfach wieder ins zentrum zu laufen, um dann dort irgendwo in die hoffentlich richtige linie einzusteigen. dort angekommen, wieder den schacht runter, mist die falsche richtung ( hier läuft alles in einer nord-süd oder ost-west achse, wechseln kann man nicht von einer seite auf die andere, da man dann schon bezahlt hat). endlich standen wir dann auf dem richtigen gleis und mussten nur noch das drehkreuz passieren. ich wusste nicht, ob meine token auch für die u-bahn galten und wollte daher die frau im am schalter fragen. als ich näher trat, hab ich echt gedacht, das is ja wie im film. die frau dahinter schlief und war durch mein erstes hello nicht wach zu bekommen. erst ein forscheres helllllooooo erweckte die dame zum leben, um kurz in geübter freundlichkeit mit einem nicken auf meine frage zu antworten. ich denke, danach is sie wieder eingeschlafen.
und nun... uihh, meine erste u-bahn fahrt. nachdem wir dann endlich richtig ausgestiegen waren, haben wir wieder den ausgang nicht gefunden... man so blöd kann man sich doch nicht anstellen... nachdem das dann auch irgendwie geklärt war, standen wir nun an der bushaltestelle. hierzu muss man sagen, dass die infrastruktur in philly nicht die beste ist. es gibt keine pläne, die an den jeweiligen stationen aushängen, es ist, wenn man glück hat, angegeben, wann der erste und letzte bus fährt. die fahrpläne bekommt man zwar im netz, aber ich kann mir doch nicht alle 160 linien ausdrucken und mit mir herumtragen...
man muss also nur warten und da sind sie scheinbar hier alle sehr geduldig. dann fährt man ohne zu wissen wohin (ich habe mir hier jetzt schon eine nord-süd-ost-west achse in meinem kopf angelegt :-)). angekommen, wird man irgendwo was als haltestelle definiert wird rausgeschmissen und hofft, dann auch die station für die rückfahrt wieder zu finden. nach ausführlichem shopping und gestaune über alles xxl-mäßige wir also erstmal wieder die haltestelle gesucht... gefunden und dann hiess es warten. aus 10min wurde eine halbe stunde, aus einer halben stunde dann irgendwann eine stunde. zwischendurch hatten wir diverse andere linien gefragt, ob sie da und da hin fuhren, hatten uns zuletzt dann doch dagegen entschieden und frostig auf die 25 gewartet. tja, wer weiss, was der fahrer machte, jedenfalls kam keine linie. wir also dann einfach in einen anderen bus eingestiegen in der hoffnung, dass wir irgendwo rauskämen, wo ich mich schon auskennen würde. der trip wurde dann sehr lustig, da wir teilweise im kreis fuhren und schon angst hatten in die süd-achse eingestiegen zu sein, zum anderen nun mal den tiefsten süden von philly zu gesicht bekamen, noch mehr shopping areas, ganz andere häuser-typen, anderes leben und viele philadelphia eagles-fans (team der National Football League). naja so konnte ich wenigsten mal die gegend auskunden und mir einen überblick verschaffen, wie weit ich weg wohnen würden wolle und ob ich in diese gegend überhaupt ziehn wollen würde. klare antwort nein: auf jeden fall sehr interessant aber des nachts würde ich diese orte nicht durchkämmen wollen. also habe ich mein zu suchendes territorium wieder eingegrenzt und hoffe, die nächsten wochen was schönes zu finden. es war auf jeden fall ein interessanter tag, der mir wieder einmal gezeigt hat, dass man einfach mal auf gut glück loslaufen sollte, um dann wieder neues und interessantes zu entdecken.
bin ja nun mal auch ein wochenende ohne fahrrad durch die gegend gefahren. hat auf jeden fall meinem po gut getan, denn die schlaglöcher sind nur bis zum einem bestimmten grad ertragbar. ich bin überrascht, was mein fahrrad alles aushält. auch sind die gullideckel hier so tief, dass auch die noch bei meinen umfahrungstaktiken zu berücksichtigen sind. so ist man mehr mit den augen auf dem asphalt als auf die strassensituation konzentriert. es soll hier eine homepage-seite geben, auf die man gehen kann, um löcher zu melden, die dann repariert werden... halloooo, was würde ich die stadt dann um geld bringen, wenn ich alle die von mir definierten löcher melden würde...
und somit nehme ich mich dezent zurück und holper weiter über die löcher...
neben diesem problem ist der fahrradklau eine große und weit verbreitete sache. hier werden die fahrräder alle doppelt und dreifach gesichert. da kann ich mit meinem spiralenschloss einpacken. als ich gerli zum busbahnhof gebracht hatte, kam ein asiate an und schrie herum und hielt in seiner hand ein solches schloss und zeigt immer auf eine ecke, in der sein fahrrad stand. ich war schon mächtig geschockt, denn der hatte sein fahrrad in einer belebten strasse angeschlossen, dass ich es krass fand, dass das fahrrad auch hier geklaut wurde. so kommt mein baby derzeit also nur mit auf arbeit, aber nicht in die stadt zum shoppen, bevor ich mir nicht ein richtiges bügelschloss (am besten 10kg) gekauft habe...

mit diesen worten und auf eine gute heimfahrt auf den strassen phillys verabschiede ich mich für heute...

gruss katrin

p.s. hat sich eigentlich schon jemand gefragt, woher der name token kommt?
hier die antwort: aus dem englischen ins deutsche übergegangenes Synonym für Jeton, Münzen mit einem festgelegten Wert, die als Spielgeld u.a. im Glücksspiel benutzt werden.

11/04/2007

wochenendeeeee

So, dies nun die oder der erste Post...

Wie schnell die Zeit doch vergeht. Jetzt bin ich schon wieder zwei Wochen hier, zwei intensive Wochen mit so viel Erlebtem, was es Tag für Tag zu verarbeiten gilt. Ich kann das alles teilweise gar nicht fassen, sodass ich vieles dann auch schon wieder vergessen habe. Ich liebe es, mich bestimmten Alltagssituationen zu stellen, die oftmals von „what? sorry can you repeat this.“ bis hin zu meiner ersten Wegbeschreibung (Genau wie erwartet, zeigen zwei Phillys in zwei unterschiedliche Richtungen und ha, nur ich wusste, wo es wirklich zum ART MUSEUM ging. Man kam ich mir toll vor.) und der wiederholten Frage, ob denn der Bus die market street kreuzt (man möge es nicht glauben, aber wir haben heute doch tatsächlich eine Stunde damit zugebracht, in einer shopping Gegend an den Piers auf den Bus zu warten).

Wie ihr den neusten Fotos unschwer entnehmen könnt, war ich am Wochenende viel unterwegs. Ich hatte Gerli (hat mit mir bei ASF gearbeitet und ist jetzt in Washington) über das Wochenende zu Besuch. Nachdem ich sie in Chinatown vom Bus abgeholt habe (nein, sie ist nicht mit Greyhound oder Peter Pan gekommen J), sind wir erst einmal von der 10th bis zur 36th gelaufen. Dies war der Beginn unseres Wochenendmarathons. Wir hatten uns eigentlich viel vorgenommen, was aber aufgrund verschiedener logistischer und koordinationstechnischer Probleme dann doch nicht so richtig einzuhalten war. Zuerst waren wir am Samstag im Ballet (Locust-Broad Street). Ich war überrascht, dass wir pünktlich waren und ich nun merke, wie ich langsam ein Gefühl für die Stadt und die Strassen bekomme. Wir haben uns Dracula angeschaut. Da wir die billigsten Plätze hatten, bescherte uns dies auch wiedereinmal einen Einblick in die „Zweitklassigkeit der amerikanischen Lebensweise“. Wir saßen soweit am Rand, dass wir das ganze Ballet über den totalen Einblick in die Geschehnisse hinter der Bühne hatten. Die Vorhänge an den Seiten waren offen, sodass wir die Regie und die Schauspieler hinter der Bühne herumhüpfen sahen. Komisch war auch, dass die Schuhe einiger Ballett-Tänzer andauernd quietschten. Der Knüller war für uns jedoch der Blick in das Programmheft. Nicht nur, dass es mehr Werbung als Programm in diesem Heft gab, auch wurden hier mehrheitlich die Sponsoren aufgelistet. Am besten war jedoch die Beschreibung zu dem Equipment des Stückes:

„Her Dracula cape includes extremely expensive cut velvet at $150 a yard, as well as some sparkly lame she spotted in Wal-Mart for $5 a yard.”

Hätten wir dies doch lieber nicht gelesen, denn danach haben wir uns nur noch auf den Umhang von Dracula konzentriert und überlegt, was jetzt die 150$ und was die 5$ aus dem Wal-Mart waren.

Dort, in dem gehobenen Ambiente eines Theaterhauses, musste ich natürlich wieder eine meiner Horrorvorstellungen auf der Toilette erleben, denn die sogenannten Salon-Türen (ja, diesmal was neues und eine Steigerung der No-private-sphere) gingen bei mir durch den Luftzug auf einmal wieder auf, durfte einer Frau in die Augen blicken um mit den Worten „Oh sorry!“ meinerseits peinlich gerührt, die Tür wieder zuzuziehen. Ich glaube, ich muss hier langsam jegliche Scham abbauen, denn „Schlimmer geht’s immer“.

Eigentlich wollten Gerli und ich dann in Richtung Hafen fahren, um dort auf einem sogenannten Shopping Boulevard ein paar Standardsachen zu kaufen. Da ich, was die Bus und U-Bahn-Linie angeht, noch nicht so gewandt bin, haben wir uns nicht getraut, uns einfach in einen Bus auf gut Glück zu setzten. Meine Touri-Karte reicht auch nicht über das Stadtzentrum hinaus und half uns in der Suche auch nicht weiter. So haben wir den restlichen Tag im Stadtzentrum mit shoppen zugebracht. Wenn ich mit Gerli den gleichen Geschmack gehabt hätte, hätten wir vieles für 2 für... bekommen können. Turnschuhe, Pullover... Wär ja auch nicht so aufgefallen, wenn die eine in Philly und die andere in Washington wohnt.

Ich habe Gerli dann den Reading Terminal Market, den Markt, wo man all die schönen Sachen kaufen kann, die ihr auf den Fotos seht, gezeigt. Es war sehr lustig, weil ich in diesem Moment echt einen fotographier-flash bekommen habe und alles und jeden fotografieren wollte. Leider war die Kamera nicht so gut, um einen Schnappschuss von drei schwarzen alten Damen einzufangen. Ihr kennt doch sicher die Golden Girls und hier die Sophia. Und genauso waren die Drei. Es war so süß anzusehen, wie sie da saßen und zu Mittag aßen.

Woran ich mich hier noch nicht gewöhnen kann, ist die Unfreundlichkeit der Angestellten. Wenn sie einen fragen, wie es einen geht, bin ich immer noch bestrebt, nett eine ausgedehnte antwort zu geben. Es geht hier aber nicht darum, dem anderen wirklich zu erzählen, wie es einem geht, sondern es ist ein Gang und Gebe Satz, den jeder verwendet, sogar wenn du das Geschäft verlässt. Auch hat man bei den Angestellten teilweise immer das Gefühl, dass die Arbeit die sie tun, sie einfach nur langweilen würde. Da komme ich mit meiner Frohnatur auch nicht weiter...

Nachdem wir uns dann (Schlag an den Kopf) doch über die U-Bahn- und Busroute Richtung Wal-Mart und Ikea informiert hatten, haben wir uns am Sonntag sehr früh auf den Weg und in ein im warsten Sinne des Wortes Abenteuer gemacht. Immerhin mit zwei Stadtplänen für Bus und U-Bahn und eine Straßenkarte gewappnet, dachten wir, ein wenig die Kosten für die Token zu sparen (denn hier kostet ja alles für jeweils eine Fahrt, wenn man umsteigen will, muss man wieder bezahlen)

Fortsetzung folgt, ich muss erst einmal schlafen gehen...